Um Regeldiskussionen zu verhindern – die Zeit geht ja von unserer Freizeit ab! – haben wir ein festes Regelwerk für unsere Doko-Gruppe, das nicht ganz einfach, dafür aber in sich schlüssig ist.

Das Grundlegende
Unser Doppelkopfblatt besteht aus 48 Karten. Je 12 Karten der Farben Kreuz, Pik, Herz und Karo. Es gibt jeweils zwei Asse (mit einem Zählwert von 11), zwei Zehnen (10), zwei Könige  (4), zwei Damen (3), zwei Buben (2) und zwei Neunen (0).

In einem Normalspiel gilt die folgende Trumpfreihenfolge: Herz Zehn,  Kreuz Dame, Pik Dame, Herz Dame und Karo Dame.  Es folgen die Buben und darunter die Karos (Ass, Zehn, König, Neun).

Bedienen ist Pflicht. Kann eine angespielte Karte nicht bedient werden, darf getrumpft werden.

Sind zwei gleiche Karten in einem Stich, so ist die zuerst gespielte Karte die Höhere. Ausnahme ist die Herz Zehn, bei der die zweite Herz Zehn die Höhere ist.

Im Normalspiel spielen die beiden Kreuz Damen zusammen und bilden die RE-Partei. Die beiden anderen Spieler sind die KONTRA-Partei.  Es gibt aber auch hier eine Ausnahme. Mehr dazu unter Solo-Spielen.  Die RE-Partei muss zum Gewinn des Spiels mindestens 121 Punkte machen.
 

Gibt es Vorbehalte ?
Bevor es losgeht, wird nach Vorbehalten gefragt. Es gibt folgende Vorbehalte gegen ein Normalspiel:
Solo: Ein Spieler möchte allein gegen die drei anderen spielen. Mehr dazu unter Solospiele.
Schmeissen: Ein Spieler hat mindestens fünf Neuner auf der Hand oder kann keinen Fuchs stechen. Wie der Name schon sagt, wird dann geschmissen und neu ausgeteilt.
Armut: Ein Spieler hat drei oder weniger Trümpfe auf der Hand. Sollte Armut gespielt werden, legt dieser Spieler diese Trümpfe verdeckt auf den Tisch. Es müssen immer 3 Karten sein, auch wenn es weniger Trümpfe sind, ggf. müssen also Fehlfarben dazugelegt werden. Es wird im Uhrzeigersinn, beginnend links vom abgebenden Spieler, gefragt, wer diese 3 Karten aufnimmt. Hat sich  jemand gefunden, so nimmt er diese drei Karten auf und gibt drei Karten seiner Wahl wieder zurück. Beide Spieler bilden automatisch die “RE-Partei”.  Ein Besonderheit sind die “Schweine”, später mehr dazu.
Hochzeit: Hat ein Spieler beide Kreuz Damen auf der Hand, so darf er Hochzeit  ansagen. Wenn nichts anderes gesagt ist, spielt derjenige mit der Hochzeit zusammen, der den ersten Fehlfarben-Stich macht.  Wenn sich nach den ersten drei Stichen kein Partner gefunden hat, spielt die Hochzeit alleine. Wenn Hochzeit zwar vorhanden ist, aber nicht  angesagt wird, ist das eine Stille Hochzeit und die Hochzeit spielt  alleine, was aber nicht wie ein Solo gerechnet wird.
Die obige Reihenfolge stellt auch die Bedeutung dar, d.h. ein Solo ist gegenüber allen anderen Vorbehalten höherrangig.
 

Es geht los – Ansagen
Wenn ein Spieler erhofft, dass er das Spiel gewinnt, kann er Re oder Kontra sagen. Eine Ansage kann vor dem Ausspielen der ersten, nach der ersten, nach der vierten oder nach der fünften Karte gemacht werden. Aber nicht im laufenden Stich! Bei einer Hochzeit darf für die Ansage der so genannte Findungsstich abgewartet werden und die Re bzw. Kontra-Ansage verschiebt sich entsprechend. Derjenige, der den ersten Stich mit 30 oder mehr Punkten macht, ist verpflichtet, eine Ansage zu  machen.

Weitere Ansagen sind durchaus möglich:
– Keine 90 muss spätestens nach 3 Stichen und einer weiteren Karte erfolgen.
– Keine 60 muss spätestens nach 6 Stichen und einer weiteren Karte erfolgen.
– Keine 30 muss spätestens nach 9 Stichen und einer weiteren Karte erfolgen.
– Null Punkte muss spätestens nach 9 Stichen und einer weiteren Karte erfolgen.
Für Gegenansagen gelten auch die genannten Fristen. Sprungansagen sind  verboten, d. h. wenn z. B. Keine 90 nicht gesagt ist, kann keine  weitere Ansage gemacht werden.
 

Sonderkarten
Es gibt mehrere Karten mit Besonderheiten. Das Karo Ass wird Fuchs genannt. Wer den Fuchs des Gegners fängt, bekommt in der Abrechnung  einen Sonderpunkt. Hat jemand beide Karo Asse auf der Hand, so können diese Karten die beiden Schweine bilden. Diese sind in der Trumpfreihenfolge über der Herz-Zehn. Sie werden erst dann bekannt gegeben, wenn das erste Schwein zum  Einsatz kommt. (Wichtige Ausnahme ist hierbei die Armut: Der abgebende  Spieler muss die Schweine bekannt geben, wenn sich jemand gefunden hat,  der die drei Karten aufnimmt. Nicht schon vorher! Hat dagegen der aufnehmende  Spieler die Schweine, so zeigt er diese, bevor er die drei Karten  aufnimmt. Schweine können also nicht gebaut werden. Ein Schwein kann nicht aufgeteilt werden.)
Wenn jemand Schweine vermeldet, hat derjenige Spieler, der zu diesem Zeitpunkt noch beide Karo Neuner auf der Hand hat, die sogenannten Superschweine, die in der Reihenfolge noch über den Schweinen sind. Superschweine können bei Armut gebaut werden.
Der Kreuz Bube ist der Charlie. Wer den gegnerischen Charlie im letzten Stich fängt, erhält einen  Sonderpunkt. Wer mit dem Charlie den letzten Stich gewinnt, erhält einen  Sonderpunkt.
 

Solospiele
Jeder Spieler darf nach eigenem Dünken ein Solo spielen. Solo kommt bei uns immer raus. Wollen mehrere Spieler Solo spielen, wird abgereizt. Im Solo gibt es keine Sonderkarten (Schweine, Füchse, Charlie) und folglich keine Sonderpunkte mit Ausnahme eines Dokos.
Es gibt verschiedene Soli (Solos?):
– Fleischlos – Es wird gänzlich auf Trumpf verzichtet. Es gilt die Reihenfolge As, Zehn, König, Dame, Bube, Neun.
– Damen – Nur Damen sind Trumpf und allen anderen Karten ordnen sich ein.
– Buben – Nur Buben sind Trumpf und allen anderen Karten ordnen sich ein.
– Buben/Damen – Nur Damen und Buben sind Trumpf und alle anderen Karten ordnen sich ein. Die Damen sind über den Buben.
– Trumpf – Es gelten die Trümpfe aus dem Normalspiel, wobei Karo gegen eine beliebige andere Farbe gewechselt werden kann.
 

Feigheit
Um auch einer Partei mit schlechten Karten eine Siegchance einzuräumen, spielen wir mit Feigheit. Bleibt eine Partei unter 30 Punkten, ohne  dass die Gegenpartei “Keine 90” gesagt hat, so hat sie trotz der wenigen Punkte gewonnen.
Gewinnt eine Partei gar keine Punkte, ohne dass die Gegenpartei “Keine 60” gesagt hat, so hat sie das Spiel trotzdem gewonnen. Dies nennt man eine Superfeigheit.
Es darf während des Spiels nicht über Feigheit gesprochen werden.
Wer eine Ansage gemacht hat, kann nicht selbst auf Feigheit spielen.
Wer eine Stille Hochzeit spielt, kann nicht auf Feigheit spielen.
Im Solo gibt es keine Feigheit.
 

Abgerechnet wird am Schluss
Es wird wie folgt gezählt:
    Kontra / Re zählen jeweils 2 Punkte
    Keine 120
    Keine 90
    Keine 90 angesagt
    Keine 60 etc.
    Gegen die Alten (das sind die beiden Kreuz Damen);  die Kontrapartei hat gewonnen
    Charlie gefangen oder letzten Stich mit Charlie gemacht
    Doko (40 oder mehr Punkte in einem Stich)
    Solo

Böcke verdoppeln die so gezählten Punkte. Doppelböcke vervierfachen diese Punkte.  Böcke entstehen durch ein verlorenes Solo, Nullspiel, Spaltarsch (beide  Parteien haben 120 Punkte) oder durch ein verlorenes Kontra. Mit Ausnahme einer Stillen Hochzeit kommen Soli nicht in die Bockwertung.  Es gibt maximal Doppelböcke.
 

Ansonsten ist an jedem Abend mindestens ein Mitglied der ominösen Regelkommission anwesend.

Letztes Update am 16.6.2022